Teza – Morgentau

Morgentau (Originaltitel: Teza) ist ein äthiopisches Filmdrama aus dem Jahr 2008. Heile Gerima, welcher für das Drehbuch und die Regie verantwortlich ist, benötigte nach eigenen Aussagen 14 Jahre um den Film auf die Beine zu stellen. Er erzählt die Geschichte eines jungen Äthiopiers (Anberber), der in den 1970er Jahren mit idealistischen und hoffnungsvollen Zielen nach Deutschland geht um ein Medizinstudium abzuschließen. Nach zwanzig Jahren kehrt er in sein Mutterland zurück, findet sich jedoch in einem fremden, gespaltenen Land wieder, welches er kaum wiedererkennt.

Morgentau erreichte eine erstaunliche Popularität und wurde zu zahlreichen Filmfestivals eingeladen. Unter anderen wurde der Film bei den 65. Internationalen Filmfestspielen von Venedig aufgeführt. Die öffentliche Premiere von Morgentau, an der die Produzenten, Regisseure und Schauspieler teilnahmen, wurde von einem frenetischen Publikum mit 20 Minuten langem Standing-Ovations gefeiert.

Inhaltsangabe von Morgentau (Teza)

Der äthiopische Intellektuelle Anberber kehrt während des repressiven totalitären Regimes von Haile Mariam Mengistu in sein Heimatland zurück. Nach einem mehrjährigen Medizinstudium in Deutschland findet er das Land seiner Jugend durch Aufruhr und Ohnmacht zerrissen. Neben seiner eigenen Vertreibung muss er ohnmächtig dem Zerfall jeglicher menschlicher und sozialer Werte seines Volkes zusehen. Sein Traum, mit seinem in Deutschland erlernten Handwerk tatkräftig im Gesundheitswesen tätig zu sein und das Leben vieler Äthiopier zu verbessern, wird von einer Militärjunta zunichte gemacht. Diese setzt die Wissenschaftler ausschließlich für ihre eigenen politische Zwecke ein.

Anberber sucht den Komfort seines ländlichen Zuhauses, findet jedoch auch dort keine Zuflucht vor der allgegenwärtigen Gewalt. Der Trost, den die Erinnerungen an seine Jugend bringen, wird schnell von den Streitkräften der Militär- und Rebellenfraktionen zunichtegemacht. Anberber muss sich entscheiden, ob er die Belastung tragen oder ein Leben aus den Fragmenten zusammensetzen möchte, die ihn umgeben. Mit Hilfe seiner Mutter begibt sich Anberber auf eine melancholische Reise ins Herz einer verlorenen Zeit und von sich selbst, um mit der Vergangenheit abzuschließen und einen Ort zu finden, an dem er in die Gegenwart gehört.